Im Baltikum

Am Ende des nun folgenden Berichtes stehen die jeweiligen Links zu den von uns besuchten Campingplätzen sowie ein Album der Fotos die auf unserer Reise durch das Baltikum entstanden sind.

 

Die Planung für unsere diesjährige Reise 2019 ist soweit abgeschlossen und wird uns ins Nordöstliche Europa führen. Hier werden wir die Baltischen Staaten Litauen,Lettland sowie Estland besuchen. Die geplante Reisedauer beträgt 3 Monate wobei wir am 11.05.2019 mit unserer Reise beginnen werden. Wir wählten ganz bewusst diesen langen Zeitraum aus um die zu erwartenden Eindrücke des jeweiligen Landes auch in vollen Zügen genießen zu können.

 

Nachdem wir alle Vorbereitungen abgeschlossen hatten wurde das Wohnmobil von seinem Standplatz geholt und die noch restlichen Kleinigkeiten verstaut. Dann hieß es das erste Ziel ins Navi einzugeben so das es losgehen konnte. Unsere erste Etappe sollte uns dann bist Stettin führen wo wir eine Nacht verbringen werden. Bei unseren Reisen fahren wir in der Regel sehr früh am Morgen los um schon einen größeren Abschnitt der Route geschafft zu haben bevor der normale Berufsverkehr einsetzt. So war es dieses mal auch als wir um 4.00 Uhr von unseren Wohnort starteten in der Annahme das es vom Verkehrsaufkommen in Richtung Berlin nicht so viel sein würde. Allerdings mussten wir feststellen, das es nicht so war und die geplante Reisedauer sich entsprechend verlängern würde.

Camping Stettin,Przestrzenna 23

Somit erreichten wir den Platz gegen Mittag. Als erstes mussten wir unseren Wassertank füllen da ich bei Abfahrt von unserem  Heimatort diesen aus Gewichtsgründen nicht gefüllt hatte. Nachdem dieser soweit gefüllt war das ich die Wasserpumpe in Betrieb nehmen konnte stellten wir aber mit Schrecken fest, das es irgendwo eine Undichtigkeit gab und Wasser im Innenbereich des Wohnmobils eindrang. Also Pumpe aus und sich auf die Suche nach dem Problem begeben hieß es dann. Als erstes wurden alle Schlauchverbindungen zu den Entnahmestellen geprüft wobei sich aber herausstellte das dort alles in Ordnung war. Daher blieben als mögliche Fehlerquellen nur noch die Wasserpumpe und der Druckausgleichsbehälter übrig. Und siehe da der Übeltäter war tatsächlich dieser kleine Behälter der sich als undicht erwies. Nach einigem Überlegen wie ich das Problem lösen konnte kam mir die Idee diesen einfach zu überbrücken und das Problem so zu lösen. Zum Glück waren die Schläuche lang genug so das eine Umgehung des Behälters möglich war. Nachdem ich die Reparatur durchgeführt hatte war es an der Zeit für ein Bier welches half den Schock zu verdauen. Seit diesem Zeitpunkt hatten wir auf unserer weiteren Reise die ja gerade erst begonnen hatte keinerlei Probleme mehr mit eindringendem Wasser. Allerdings musste die eingedrungene Feuchtigkeit wieder aus dem Wohnmobil entfernt werden damit keine längerfristigen  Schäden entstehen konnten. Somit hieß es in den nächsten Tagen alles gut durch zu lüften.

Nach einem ausgiebigen Frühstück planten wir unsere nächste Etappe die uns weit hinein nach Polen führen sollte da es bis zu unseren eigentlichen Zielen im Baltikum noch sehr weit war. Die zu fahrende Strecke in Polen würde demnach nach unserer Planung 400 km betragen wobei die dortigen Straßenverhältnisse teilweise als nicht besonders gut zu bezeichnen sind. Außerdem werden derzeit in Polen viele Straßen mit EU Geldern entweder ausgebaut oder komplett neu angelegt. Dieses bedeutete das es viele Baustellen auf unserer Route gab und das voran kommen natürlich auch noch zusätzlich verzögerte. Unterwegs begann es dann heftig zu regnen was für die weitere Fahrt zu unserem Ziel auch nicht gerade angenehm war. Dennoch erreichten wir unser Tagesziel ( Camping 134 ) am frühen Nachmittag in Grudzjadz- Pommern. Hier war es allerdings so, das der Campingplatz gerade Renoviert wurde und daher geschlossen war. Aber zu unserem Glück befindet sich genau gegenüber ein Freizeitzentrum mit einem großen Parkplatz wo wir mit unserem Wohnmobil kostenlos stehen konnten.  Die Toiletten des Freizeitzentrums konnten wir ebenfalls benutzen welches ein wenig Komfort garantierte. Der Regen war immer noch so präsent das ein sitzen im freien leider nicht möglich war und wir es uns daher im Wohnmobil gemütlich machten.

 

Nachdem wir am nächsten Morgen gefrühstückt hatten wurde die Planung für unser nächstes Ziel wieder aufgenommen. Bis nach Litauen war es immer noch ziemlich weit und somit planten wir eine weitere Übernachtung in Polen ein. Unsere Wahl viel auf einen Wohnmobilstellplatz der in der Nähe des Ortszentrums von Mikolajki lag und die Möglichkeit bot sich die Stadt ein wenig anzuschauen. Mittlerweile hatte der Regen aufgehört so das die Fahrt wohl angenehmer werden würde als die vorherigen die bei schlechtem Wetter gefahren werden mussten. Die Fahrt nach Mikolajki gestaltete sich als angenehm wo wir gegen frühen Nachmittag eintrafen. Der Stellplatz war auf 3 Ebenen angelegt und kaum belegt so das wir freie Wahl hatten. Als soweit alles eingerichtet war besuchten wir den Ort Mikolajki welcher sich in Ermland- Masuren befindet. Der Ort ist nicht sehr groß dafür aber vom Tourismus geprägt da dieser sich im zentralem Bereich der Masuren befindet. Zum Zeitpunkt unserer Reise im Mai war davon noch nicht viel zu spüren da es Vorsaison war. So konnten wir gemütlich durch die Strassen flanieren und uns alles interessante in Ruhe anschauen. Wir besuchten ein Restaurant wo wir uns ein Essen in der Form von frischem Fisch gönnten. Gegen frühen Abend kehrten wir zu unserem Wohnmobil zurück und machten es uns dort mit einem Bier gemütlich.

Als nächste Etappe fuhren wir von Mikolajki über Elk und Augustow über die Grenze nach Litauen. Die Straßenverhältnisse in Litauen erwiesen sich noch etwas schlechter als in Polen. Dafür ist aber die Verkehrsdichte doch um einiges geringer welches sich darin begründet das Litauen viel weniger Einwohner hat. Trotz der schlechteren Straßen war ein entspanntes fahren möglich. Auf dem Weg nach Vilnius machten wir noch einen Abstecher nach Trakai wo es eine Inselburg aus dem 14 Jahrhundert gibt. Nur leider waren dort so viele Touristen unterwegs das wir beschlossen die Burg selbst nicht von innen zu besichtigen. Daher wurden hier nur einige Fotos gemacht. Anschließend setzten wir unseren Weg in Richtung Vilnius fort. In Vilnius steuerten wir den Campingplatz (Vilnius City ) an der bei unserer Ankunft schon mit einigen weiteren Wohnmobilen aus verschiedenen Europäischen Ländern belegt war. Aber wir fanden ohne Probleme noch ein Plätzchen wo wir uns ausbreiten konnten. Da der Platz un Stadtnähe liegt bietet er sich an um eine Besichtigung von Vilnius zu unternehmen. Es werden direkt vom Platz aus Stadtrundfahrten angeboten die man für einen Preis von je 13 € p.P buchen kann. Am nächsten Tag werden wir dann auch Vilnius besuchen und sind daher schon gespannt welche Eindrücke wir von dort aus mitnehmen werden.

Burg bei Traki

Wie schon erwähnt sind wir heute nach Vilnius gefahren wobei wir allerdings die öffentlichen Verkehrsmittel benutzten da diese in einer Entfernung von ca 500 m vom Campingplatz abfahren. Das entsprechende Ticket war mit 1 € p.P unschlagbar günstig. Die Stadt Vilnius hat noch einige alte Gebäude die aber innerhalb der Stadt weit verstreut liegen. Dieses ist zurückzuführen auf die Einwirkungen des letzten Weltkrieges wo viele der alten Gebäude zerstört worden sind und nicht wieder aufgebaut werden konnten. Somit ist zwischen den alten Gebäuden neues entstanden welches aus Sicht eines Fotografen nicht vorteilhaft ist. Im Laufe des Tage verschlechterte sich das Wetter leider so das wir beschlossen zum Campingplatz zurück zu kehren. Alles in allem betrachtet hat uns die Stadt Vilnius nicht gerade sonderlich überzeugen können. Aber wie es immer so ist hat jeder seine eigene Meinung. Was uns nicht gefällt kann dafür jemand anderem eben auch begeistern. Daher muss jeder für sich selber entscheiden der Vilnius besucht und sich seine eigene Meinung bilden.

 

Von Vilnius aus wollten wir eigentlich direkt nach Silaulia fahren welches wir aber nach dem Studium der Straßenkarte verwarfen da die zu fahrende Entfernung doch sehr groß war. Daher beschlossen wir uns einen Platz zu suchen der in der Nähe von Silaulia lag. Diesen fanden wir auch über unsere vorhandene App und nach dessen Beschreibung sollte der Platz sehr schön an einem See gelegen sein. Nachdem wir gefrühstückt hatten wurden alle Sachen wieder ordnungsgemäß verstaut und dann ging es los. Unterwegs mussten wir aber noch einen Stopp an einem  Supermarkt einlegen da sich unsere Vorräte an Essen und Getränken dem Ende zuneigten. Wir haben es uns mittlerweile auf unseren Reisen angewöhnt, das bei der Streckenplanung es möglich ist die Vorräte zwischendurch zu ergänzen. Vom angefahrenen Supermarkt aus ging es dann in gemütlicher Fahrt zu dem von uns ausgesuchten Platz. Nach unserer Ankunft dort mussten wir aber leider feststellen das der Platz aus irgendwelchen Gründen geschlossen war. Dieses war dann im ersten Moment etwas ärgerlich da ich mir keine Alternative bereit gelegt hatte. Leider funktionierte unsere App nicht da es keinen Empfang auf dem Handy gab. Also dann wieder Bücher wälzen und schauen welche Alternative es in der Nähe zu dem geschlossenen Platz gab. Aber in manchen Fällen steckt der Teufel im Detail und unsere mitgeführte Literatur gab auch keine nennenswerte Hinweise. Daher blieb uns nur als letzte Möglichkeit das Navi zu durchforsten da dieses eben auch speziell für Camper ausgelegt ist. Und siehe da es fand sich ein Campingplatz der auch vom derzeitigem Standort innerhalb eines angemessenen Zeitraumes zu erreichen war.

Unser alternative Platz hieß dann ( Obuoliu Sala ) und liegt auf einer Insel die sich im Graboustas See befindet.Dieser liegt  in der Nähe des Ortes Moletai. Also fuhren wir in entspannter Fahrt zu diesem Platz wobei wir durch eine sehr ansprechende Landschaft kamen sie sehr abwechslungsreich war. Die zu fahrenden Straßen waren sehr gut ausgebaut und führten uns durch Birkenwälder die von Feldern und einigen Seen unterbrochen worden ist. Die Zufahrt zu dem Campingplatz führte uns über eine schmale Holzbrücke die gerade einmal für die Größe von unserem Wohnmobil ausreichte. Größere Fahrzeuge könnten da schon etwas mehr an Schwierigkeiten bekommen diese Zufahrt zu bewältigen. Nach unserer Ankunft und der obligatorischen Registrierung suchten wir uns einen Stellplatz der uns über den Tag gesehen einerseits Sonne sowie Schatten bot. Der Platz ist von seiner Anlage her sehr schön aufgeteilt und bietet insgesamt 24 Stellplätze für Wohnmobile. Versorgung mit Wasser und Strom sind an den jeweiligen Stellplätzen vorhanden. Ebenfalls kann man hier auch Blockhütten mieten die allerdings dann keine Möglichkeit zum Kochen boten. Was wir auf unserer Reise durch das Baltikum festgestellt haben ist das es auf allen von uns besuchten Campingplätzen eine obligatorische Sauna gibt die gegen einen kleinen Obolus für alle Gäste des Platzes zur Benutzung offen stehen. Hier merkt man ganz einfach die Nähe zu den Skandinavischen Ländern wie Schweden und Finnland.

Von hier aus werden wir dann weiter nach Silauli fahren wo sich der Berg der Kreuze befindet.

Berg der Kreuze

Nachdem wir hier 2 Tage in völliger Entspannung verbracht haben machten wir uns nun auf den Weg um zu dem Berg der Kreuze zu fahren. Dieser befindet sich ca 10 Km nördlich von Silauli. In Anbetracht der Tatsache das dieser Ort eines der bekanntesten in Litauen ist haben wir uns für die Besichtigung extra einen Wochentag ausgesucht da wir damit rechneten das es nicht so voll sein würde wie an einem Wochenende. Der Berg der Kreuze ist eher ein flacher Hügel wo es eine Unzahl an den verschiedensten Kreuzen gibt die von den Einheimischen sowie Touristen dort hinterlassen worden sind. Hierbei sind auch einige ganz Außergewöhnliche Konstruktionen zu sehen die aus Fotografischer Sicht her sehr interessant sind. Wenn jemand  auf seiner Tour durch die Baltischen Staaten diesen Ort auch gerne  einmal besuchen möchte so sind hier die entsprechenden Koordinaten für das Navi ( 56°00´49.3“ N, 23°24`28.3“ E ) . Da es an diesem Ort vieles zu erkunden gibt verging für uns die Zeit wie im Flug. Und da es dann auf einmal schon späterer Nachmittag war musste nun ein Platz für die anstehende Übernachtung gefunden werden. Dieser sollte möglichst innerhalb einer Stunde Fahrzeit zu erreichen sein. Daher fiel unsere Wahl auf den  Campingplatz ( Kurtuvenai ) der sich nach unserem Navi  in einer angemessenen Entfernung von 30 Km zu unserem derzeitigen Standort befand.

Von hier aus fuhren wir nach 2 Übernachtungen dann weiter in Richtung Ostsee Küste um auf unserer Reise durch das Baltikum auch von hier einige Eindrücke zu sammeln. Unsere nächste Station befand sich dann etwas nördlich von Klapeida im Ort Karkle auf einem Platz den wir aber richtig suchen mussten da es hierzu keinerlei Hinweise gab. Aber als Reisende wie uns die auch schon andere Länder besucht haben gibt es immer Möglichkeiten sich durch zu fragen und sei es das man an einer Polizeistation kurz anhält und sich nach dem Weg erkundigt. Der Platz in Karkle lag nur 100 m von der Küste entfernt wofür man zum erreichen des Strandes nur eine Straße sowie eine dortig vorhandene Düne überqueren musste. Der Strand selbst war von seiner Breite her sehr groß und es waren dort keinerlei Besucher anwesend so das wir diesen für uns ganz allein hatten. Somit war dieses ein Platz wo wir die Seele einfach baumeln ließen und dem rauschen des Meeres lauschten. Landschaftlich ist die Ostsee Küste unheimlich schön und einsam mit einem feinkörnigem Sand. Die dortigen Kiefernwälder ziehen sich an der Küste entlang und reichen teilweise hinunter bis zum Strand.  Auf Grund vorhandener Schönheit der Landschaft sowie des Platzes beschlossen wir hier einige Tage zu verbringen bevor wir dann im Anschluss die Grenze nach Lettland passieren werden.

Heute brachen wir nach einigen schönen Tagen wieder auf um die Grenze nach Lettland zu passieren. Den Übergang von einem zum anderem Land im Baltikum merkt man heute fast nicht mehr weil diese sich alle in der EU befinden und somit alle früheren Grenzanlagen abgebaut wurden. Unser Ziel war es nun am Usmas See entlang zu fahren und dort einen schönen Campingplatz zu suchen. Der See ist sehr groß und wunderschön in der Landschaft von Lettland eingebettet. Um den Usmas See herum gibt es einige kleinere Orte die noch Ihren dörflichen Charakter bewahrt haben. Die Gegend um den Usmas See ist von der Landwirtschaft geprägt mit vielen Gehöften denen man aber auch auf Grund Ihrer kleinen Größe ansieht das es nicht leicht ist zu überleben. Die dortigen Strassen Verhältnisse um den See waren eher als schlecht zu bezeichnen da diese nur aus unebenen Schotterpisten bestehen. Diese Pisten werden jeweils im Frühling neu angelegt da die Winter im Baltikum sehr streng sind und alle anderen uns bekannten Strassenbelege zunichte machen würden. Also gestaltete sich unsere Fahrt als sehr holperig und staubig wobei der feine Staub unaufhaltsam durch alle Öffnungen und Ritzen in das Wohnmobil drang. Wie wir später aber noch des öfteren feststellen sollten sind solche Strassen in Lettland aber üblich wenn es darum geht kleine Orte miteinander zu verbinden.

Karte vom Usmas See

Nach einer doch längeren Fahrt als geplant welches natürlich den dortigen Strassenverhältnissen geschuldet war erreichten wir den Campingplatz ( Bukdangas ). Dieser befindet sich direkt am Ufer des Usmas Sees. Zu unserer Überraschung waren wir  hier mit unserem Wohnmobil völlig allein und konnten uns einen Platz direkt am Ufer des Sees aussuchen. Einige Blockhütten die es auf dem Platz gab waren zwar mit Gästen belegt die aber kaum auffielen. In der Ferienzeit dürfte dieses aber dann wohl anders sein da die umgebende Landschaft einfach nur wunderschön ist.  So versprach unser Aufenthalt dort einige ruhige Tage die wir einfach nur genießen wollten. Die Ufer des Usmas Sees sind von einem breiten Schilfgürtel gesäumt welches für die dortig lebenden Wasservögel einen sehr guten Lebensraum darstellt. Hier konnten wir die verschiedensten Arten von Vögeln wie Reiher, Rallen und manches mal sogar auch Seeadler auf Ihren Streifzügen beobachten. Und betreffend der vielfach nachgesagten Plage von Stechmücken und sonstigen kleinen Blutsaugern können wir nur sagen, das wir nicht übermäßig davon belästigt wurden. Dieses mag aber auch an der frühen Jahreszeit bei unserem Besuch an diesem See gelegen haben. Der Usmas See ist auch für Angler interessant da es im See die verschiedensten Arten von Fried und Raubfischen gibt. Hierfür sollte man aber entweder sein eigenes Boot mitbringen oder sich eines mieten welches am Platz möglich war.

Nach einem 3 tägigen Aufenthalt auf diesem Campingplatz packte uns wieder das Reisefieber und wir machten uns auf um als nächstes Ziel das Kap Kolka anzusteuern. Das Kap ist eine Landzunge die sich weit in die Ostsee erstreckt und das Ende einer Seite der Bucht von Riga darstellt. Allerdings gibt es auf der besagten Landzunge keinen Campingplatz und somit mussten wir auf einen Platz ausweichen der einige Km vor Kap Kolka liegt. Der besagte Platz trägt den Namen ( Michelbaka ) und ist direkt an der Küste. Zum Strand brauchten wir bei sehr schönem Wetter nur 100 m laufen und dieser Strand war einer der schönsten auf unserer  Reise den wir bis dahin gesehen hatten. Am Strand lagen einige kleine Fischerboote mit einer Technik ausgestattet die den Eindruck erweckte das sie aus dem vorherigen Jahrhundert stammt. Ansonsten war dieser Strand in beiden Richtungen einfach nur Menschenleer. Für denjenigen der einfach nur die Natur ohne Hektik genießen möchte sind solche Stellen einfach unersetzlich.

Von hier aus fuhren wir dann nach Riga wobei wir einen Zwischenstopp am Kap Kolka einlegten um uns auch hier die Landschaft anzusehen. Das Kap ist eine sandige Landzunge die Bestandteil eines Nationalparks ist wovon es in Lettland einige gibt. Hier gibt es auch ein Informationscenter sowie ein kleines Museum über die wechselvolle Geschichte des Landstriches. Wir streifen durch den hier vorhandenen Kiefern Küstenwald und besuchten auch das dortige Museum. Danach fuhren wir weiter nach Riga eines unser nächsten Hauptziele in Lettland.

Um Riga zu besuchen und auch nach Möglichkeit zentral stehen zu können fuhren wir auf einen der Stellplätze die es in Riga gibt. Insgesamt gibt es davon 2 wobei uns eine Empfehlung für den Stellplatz ( Riverside Camping ) ausgesprochen wurde. Der andere Platz wäre nicht so gut von seiner Ausstattung der Sanitären Anlagen und man würde da auch sehr eng mit den anderen Reisemobilen stehen müssen. Somit entschieden wir uns für eben für den empfohlenen Platz. Dieser liegt am Rande des Jachthafens direkt an der Dugava. Vom Platz aus hatten wir eine sehr schöne Aussicht über den Fluss auf die Altstadt von Riga. Ebenfalls von Vorteil war, das es nur einige Meter bis zu einer Bushaltestelle waren von wo die Busse nach Riga hinein fuhren.

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen Riga zu besuchen um sich diese Stadt einmal näher anzusehen. Nachdem wir gut gefrühstückt hatten gingen wir zur  Bushaltestelle und fuhren mit dem Bus nach Riga. Bei der Fahrt dorthin kommt man in der Nähe des Hafens vorbei wo 2 Kreuzfahrtschiffe vor Anker lagen. Unser Bus fuhr bis in die unmittelbare Nähe zur Altstadt was sehr angenehm war.

Die Altstadt von Riga ist mit seinen alten sowie der im Krieg zerstörten Gebäude die in liebevoller Arbeit wieder Originalgetreu aufgebaut worden sind sehr sehenswert. Ebenfalls gibt es hier eine große Anzahl von Gotteshäusern die sich jedenfalls lohnen auch von innen besichtigt zu werden. Bei unserem Besuch einer Kirche fand gerade eine Orthodoxische Trauung statt die in seinen Bestandteilen um einiges anders ist als eine Trauung in Deutschland. In Riga gibt viele kleine noch erhaltene Gassen die sich zu Fuß sehr schön erkunden lassen. Auch sind in Riga einige sehr schön angelegte Parks zu bestaunen wo man im Schatten alter Bäume eine kleine Pause einlegen kann um das allgemeine treiben zu beobachten. Ebenfalls gibt es viele kleine Geschäfte sowie Kaffees die zum verweilen einladen. Um den alten Ortskern herum fließt ein kleiner Fluss auf denen Ausflugsboote verkehren. Nachdem wir so 3 Stunden durch die Altstadt von Riga gebummelt sind meldete sich der Magen und verlangte nach etwas essbaren. Somit kehrten wir in einem kleinen Restaurant ein und genossen ein ausgezeichnetes Mahl zu einem sehr günstigem Preis. Im Anschluss dran setzten wir unsere Erkundung in Riga weiter fort bevor wir dann am späten Nachmittag wieder den Bus nahmen um zum Campingplatz zurück zukehren.

Als kleine Anmerkung am Rande von unserer Seite aus ist, das der öffentliche Nahverkehr in Riga sehr gut ausgebaut wurde und die Preise für ein Ticket sind für unsere Verhältnisse unschlagbar günstig.

Nach 2 Tagen in Riga fuhren wir nordöstlich weiter um in den Gauja Nationalpark zu gelangen. Dieser Park bleibt sich der Natur selbst überlassen und wird nicht bewirtschaftet bis auf die Dinge die der Sicherheit von Besuchern dienen. Im Nationalpark gibt es verschiedene Campingplätze die zum größten Teil alle an den Ufern der Gauja angesiedelt sind. Unser Ziel im Nationalpark war der Campingplatz ( Zargarkalns ). Die Fahrt dorthin führte uns durch dichte Birkenwälder die sich selbst überlassen werden. Hier soll es nach Auskunft von Einheimischen noch Bären,Elche sowie auch Wölfe geben. Allerdings sind dieses Wildtiere und dementsprechend scheu so das wir keines davon sehen konnten. Was wir aber sahen waren einige Füchse die langsamen Schrittes die Strasse überquerten. Der Platz (Zargalkalns ) liegt direkt am Ufer der Gauja die sich in weiten Biegungen ganz gemächlich durch den Nationalpark zieht. Die Gauja ist an manchen Stellen sehr flach so das einem das Wasser nur bis zur Brust reicht. Dieses lädt zum baden ein da es ungefährlich ist da in der Gauja kaum Strömung herrscht. Im Nationalpark gibt es eine Vielzahl an Wanderwegen die dazu einladen diese urwüchsige Landschaft zu erkunden. Weiterhin gibt es verschiedene Anbieter von geführten Kajak Touren um auf der Gauja die Landschaft zu erleben. Wer plant die Baltischen Staaten zu bereisen der sollte sich diese Landschaft auf keinen Fall entgehen lassen und einige Tage dort verweilen.

Es war nun an der Zeit das wir uns weiter in Richtung Estland bewegten. Dieses ist das nordöstlichste Land auf unserer 3 Monatigen Tour durch das Baltikum. Vom Gauja Nationalpark bis zur Grenze wären es aber noch 300 km die wir wegen der Straßenverhältnisse nicht an einem Stück fahren wollten. So wurde abermals ein weiterer Zwischenstopp mit eingeplant um jeglichen Stress auf unserer Reise zu vermeiden.

Der von uns angefahrene Platz liegt am Rande vom Alüksne in der Nähe zur Grenze von Estland. Der Campingplatz ( Ezermalas )wo wir stehen liegt am gleichnamigen See und wir von einem Landwirt betrieben. Der Campingplatz ist nicht besonders groß und bietet daher für Wohnmobile eine nicht so große Anzahl an Stellflächen.Allerdings hat dadurch der Platz auch sein ganz eigenes Flair. Es besteht ein direkter Zugang zum See in welchem wir dann bei angenehmen Temperaturen von 26 ° baden waren. Der Ort Alüksne ist vom Tourismus noch nicht überlaufen welches bei uns einen positiven Eindruck hinterlassen hat. Die Umgebung von Alüksne ist geprägt Landwirtschaftlichen Flächen die von großen Kieferwäldern unterbrochen wird.

 

Auf unserer Tour fuhren wir nunmehr über die Grenze nach Estland zum Peipussee der in Estland im Nordosten liegt. Dieser See ist von seiner Ausdehnung her 5 mal größer als der Bodensee und an seiner tiefsten Stelle aber nur 20 m tief. In mitten des Peipussees verläuft die Außengrenze von Europa nach Rußland. Hier stehen wir nun auf dem Platz ( Ranna Dorf ) am Rande des Peipussees. Da dieser Platz auf den üblich gefahrenen Touren durch das  Baltikum schon etwas abseits liegt war dieser auch nur von einem weiteren Wohnmobil aus Schweden besucht. Von unseren Stellplatz aus war es dann allerdings ein weiter Weg bis zum Ufer des Sees. Am See selbst gab es keine weitere Infrastruktur so das es auch nicht möglich war sich zb ein Boot zu mieten um etwas Zeit auf dem See verbringen zu können. Also machten wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Rückweg zu unserem Wohnmobil um dort einen Kaffee zu genießen und den restlichen Tag in der Sonne zu verbringen. Gemeinsam beschlossen wir am nächsten Tag weiter zu fahren da dieser Ort uns doch etwas enttäuscht hat.

Wir fuhren heute weiter und legten einen kurzen Zwischenstopp in Musteeve ein um unsere Vorräte an Lebensmitteln wieder aufzufüllen. Unsere Wegstrecke führte uns entlang des Peipus See gen Norden an die Ostsee. Was uns auf der Fahrt aufgefallen ist das es betreffend der Infrastruktur an größeren Orten sowie weiteren Campingplätzen entlang am See diese so gut wie nicht vorhanden ist. Nach unserer persönlichen Einschätzung wobei wir uns natürlich auch irren können ist dieses auch so gewollt da sich dieser Landstrich in unmittelbarer Nähe zu Rußland befindet. Die Umgebung um den Peipus See ist rein von der Landwirtschaft geprägt. Hierbei dominieren Klein Betriebe die sich in Gemeinschaften zusammen geschlossen haben. Hierbei fällt aber auch auf,das dieser Landstrich von seiner Entwicklung her etwas zurück geblieben scheint und bestimmt noch einige Jahre brauchen wird um eine positive Entwicklung zu nehmen.

Die weitere Fahrt gestaltete sich problemlos wobei wir durch dichte Birkenwälder fuhren die im Baltikum landschaftlich vorherrschend sind. Unser Ziel den Campingplatz ( Mereoja ) erreichten wir dann gegen Mittag. Dieser Campingplatz liegt an der Ostseeküste welche hier ein Steilufer bildet. Um zum Strand zu gelangen muss man diese hinabsteigen. Die Küste ist von der Landschaft her völlig anders als zb wie die in Lettland. Hier ist diese von weniger Sandstränden geprägt und wirkt daher wesentlich rauher da sie mit mehr Felsen durchsetzt ist. Bei unseren Spaziergängen entlang der Küste war dieses jedoch sehr reizvoll da wir hier kaum einen Menschen antrafen und somit den Strand für uns alleine hatten. Unser nächstes Ziel von hier aus wird die Hauptstadt von Estland Tallin sein die auch als Perle des Ostens bezeichnet wird.

Nachdem wir uns 3 Tage eine Ruhepause gegönnt hatten ging es nun auf um Tallin zu besuchen. Hier gibt es den Stellplatz ( Sadam Harbour ) wo wir dann 2 Tage verbringen wollen. Dieser liegt am Rande das dortigen Jachthafens und ist vom Ortszentrum ca 6 km entfernt und bietet alles an Möglichkeiten der Ver / Entsorgung. Auch kostenlose Duschen für die nötige Hygiene sind dort ebenfalls vorhanden. In der Nähe des Stellplatzes ist eine Bushaltestelle von wo aus man problemlos in die Stadt Tallin gelangt. Wir bezahlten mit dem Bus für eine einfache Fahrt nach Tallin p.P 1.00 € welches sehr günstig ist. Da Tallin allerdings auch auf der Route verschiedener Veranstalter von Kreuzfahrten liegt ist die Altstadt in der Zeit von ca 10.00 – 16.00 Uhr dementsprechend voll. Die Altstadt von Tallin ist mit seiner großen Anzahl an alten Gebäuden sowie mit den dortigen Kirchen der unterschiedlichen Konfessionen absolut sehenswert. Um den eigentlichen Kern der Altstadt ist noch fast die komplette ehemalige Stadtmauer erhalten auf der man ganz gemütlich flanieren kann. Wenn man aber gerne der großen Masse an Touristen entgehen möchte so sollte man die eingetretenen Pfade verlassen und sich die in großer Anzahl vorhandenen kleinen Gassen der Altstadt anschauen. Hierbei entdeckt man ruhige schöne abgelegene Plätze sowie kleine Kaffees, Restaurants die sich noch Ihre Ursprünglichkeit des Mittelalters bewahrt haben. Auf Grund des Massentourismus auf den Hauptrouten durch Tallin haben sich natürlich auch eine Vielzahl an Souvenier Shops nieder gelassen die nach unserer Meinung allerlei unnötigen Tand verkaufen der nach Abschluss der Reise irgendwo in einer Ecke verstaubt. Ebenfalls sind die Preise der hier ansässigen Restaurants an den Tourismus angepasst und daher als nicht gerade günstig zu bezeichnen. Aber dieses ist wohl in allen Touristischen Zentren gleich wie wir schon auf unserer Reise durch die Baltischen Länder festgestellt haben. Tallin besitzt aber auch eine größere Anzahl an Museen die es zu entdecken gibt. Wer diese Museen gerne besuchen möchte dem können wir nur anraten mindestens einen zusätzlichen Tag auf dem Stellplatz einplanen welches dann natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre. Denn der Stellplatz ( Sadam Harbour ) ist Auf Grund seiner nähe zur Stadt Tallin mit 25.00 € pro Tag nicht gerade günstig.

Von Tallin aus fuhren wir dann weiter um die Insel Saaremaa zu besuchen. Um auf die Insel zu gelangen muss man zum Fährhafen nach Virtsu fahren von wo aus in einem 30 Minütigem Takt die Fähre nach Muuhu abfährt. Die Überfahrt zur Insel Muuhu kostete uns für unser Wohnmobil inkl 2 Personen 15.00 € und dauerte ca 30 Min. Nach Ankunft auf der Insel Muuhu kann man ganz bequem über eine Landverbindung die in der Form eines Deiches besteht weiter zur Insel Saaremaa fahren. Auf Saaremaa haben wir uns als Ziel den Campingplatz ( Theumardi Puhkkeskus ) ausgesucht. Diesen erreichten wir dann auch gegen Mittag. Nachdem wir uns soweit eingerichtet hatten genossen wir für den Rest des Tages das schöne Wetter. Der Platz ist von seiner Größe einer derjenigen Plätze die von seiner Einrichtung her einen gehobenen Standard besaß als die von uns vorher besuchten Plätze. Dieses schlug sich dann allerdings auch im Preis nieder welcher pro Nacht mit 21.00 € zu buche schlug. Da es zum Zeitpunkt unser Besuches auf diesem Campingplatz aber noch Nebensaison ist war der Platzt auch nur von wenigen anderen Reisenden besucht. Von hier aus werden wir die Insel auf jeweiligen Tagestouren näher erkunden. Nach einer ruhigen Nacht verstauten wir unsere Habseligkeiten und machten uns auf die Insel Saaremaa zu erkunden. Die Tour ging dann immer der Küste entlang wobei wir an einigen verschiedenen Stellen einfach anhielten um die dortige Ruhe und Natur zu genießen. Die Insel Saaremaa hat eine große Anzahl an verschwiegenen kleinen Buchten die kaum von Touristen besucht werden da dieses teilweise nur über schmale Schotterpisten zu erreichen sind. Diese Tatsache machte uns aber wenig aus da wir dahingehend  welches solche Straßenverhältnisse anging schon einige Erfahrungen aus Lettland mitbrachten und  somit das befahren dieser Strassen für uns kein Problem darstellte. Gegen frühen Abend kehrten wir dann zu unserem Campingplatz zurück und mussten erst einmal die gewonnenen Eindrücke bei einem Glas Wein verarbeiten.

Vom Betreiber des Campingplatzes erhielten wir den Tipp doch auch einmal auf die Nord Seite der Insel zu fahren da es dort ein Cafe mit angeschlossener Landwirtschaft geben soll.

Diesen Tipp nahmen wir natürlich gerne an. Somit wurde im laufe des Tages unser Navi mit den Daten des Cafe´s gefüttert. Allerdings stellte sich dann heraus das diese Stätte nicht ganz so einfach zu finden war da es keinerlei Hinweisschilder gab die auf dieses Kaffee hinwiesen. Daher fuhren wir erst auch einmal daran vorbei und mussten demnach wieder einmal wenden. Aber letztendlich kamen wir dennoch beim Kaffee (Ranna Villa ) an. Bei unserer Nachfrage welche Kosten für eine Übernachtung hier anfallen würden teilte man uns mit das wir hier kostenlos stehen konnten. Sogar ein Anschluss für Elektrizität war vorhanden welchen wir kostenlos mitbenutzen durften was uns dann natürlich noch zusätzlich erfreute. Abends gingen wir dann auf die Terasse des Cafes und bestellten uns ein aus eigener Produktion stammendes Steak welches ausgezeichnet war. An diesem eher außergewöhnlichem Ort den wir bestimmt ohne den Tippgeber nicht gefunden hätten verbrachten wir dann eine außerordentliche ruhige Nacht.

Da wir nun schon einige Tage auf Saaremaa verbracht haben wollten wir uns noch einige Dinge ansehen die von uns bisher ausgelassen worden waren. Somit wurde auch wieder einmal auf blauen Dunst losgefahren mit dem Ziel uns einfach überraschen zu lassen wohin uns der Weg führt. Dieses war eine gute Entscheidung da wir dabei völlig einsam gelegene Punkte an der Küste von Saaremaa entdeckten. Die dortigen Strände sind völlig Menschenleer und laden ganz einfach dazu ein die dortige Natur zu genießen. Am Nachmittag mussten wir uns dann überlegen wo wir die kommende Nacht verbringen wollten. Die Wahl viel dann auf einen an der Küste gelegenen Stellplatz den wir über die App ( Park4night ) gefunden haben. Die Zufahrt erfolgte über eine schlechte 3 km lange Schotterpiste. Aber solche Strassen waren wir inzwischen schon gewöhnt da es hiervon eine große Anzahl gibt um kleinere Orte untereinander verbinden. Der Stellplatz lag auf einer von Wasser eingerahmten schmalen Halbinsel und bot uns alles was nötig ist. Seitens des dortigen Betreibers wurden uns sowie den anderen Gästen abends auch frisch gefangene und geräucherte Fische angeboten. Und dieses zu einem unschlagbaren Preis von 2€ pro geräuchertem Fisch. Morgen werden wir dann die Insel Saaremaa wieder verlassen und zurück auf das Festland fahren um unsere Reise fortzusetzen.

Also fuhren wir wieder zurück zum Fährhafen und setzten von dort aus auf das Festland über. Von hier aus ging es dann wieder gen Westen also schon in Richtung Heimat. Allerdings hatten wir noch einiges an Zeit zur Verfügung bis wir wieder zu Hause sein wollten und daher namen wir uns vor noch einige weitere Plätze zu besuchen. Da in diesem Zeitraum auch das traditionelle Fest des Midsummers ( Sonnenwende ) noch anstand wollten wir diese Tage auf einen schönen Standplatz verbringen. Beim im ganzen Baltikum gefeierte Midsummerfest werden große Holzstapel aufgeschichtet und angezündet. Dabei wird dann gegrillt und mancherorts treten Musikgruppen auf. Das Fest kann man im weitesten Sinne mit den bei uns stattfindenden Osterfeuern vergleichen.

Somit landeten wir auf dem Campingplatz ( Jurasdzeni ) der direkt an der Ostsee Küste liegt. Allerdings war dieser Platz wegen des Festes schon fast ausgebucht und daher fanden wir nur unter der Tatkräftigen Mithilfe des freundlichen Personals noch einen für uns geeigneten Stellplatz. Von diesem Platz hatten wir es dann aber auch nur ca 100 m bis zum Strand. Dieser war sehr weitläufig aber auch um einiges voller als die von uns bisher besuchten Strände. Am Strand gibt es ein kleines Restaurant wo wir sehr gut und auch günstig Frisch gefangenen Fisch essen konnten. Auch die Aussicht auf die Ostsee mit den teilweise prachtvollen Sonnenuntergängen war dort sehr schön weil man eine freie Sicht gen Westen hatte.

Nachdem wir zusammen mit anderen Gästen auf dem Campingplatz das Midsummerfest gefeiert haben standen die Zeichen nun auf weiterfahrt. Am heutigem Tag wollten wir die Grenze nach Lettland überqueren.

Das geplante Vorhaben ist ohne Probleme gelungen da es auch hier auf Grund des Schengen Abkommens keinerlei Grenzkontrollen mehr gibt. Daher  bemerkt man einen Grenzübertritt von einem zum anderem Baltischen Land kaum. Auch die Landschaft ändert sich ebenfalls so gut wie nicht. Die Baltischen Staaten sind allesamt von Kiefern und Birken Wäldern geprägt. Größere Städte sind in den Baltischen Staaten auch nicht so häufig anzutreffen wie bei uns.

Wir steuerten einen Campingplatz mit dem Namen ( Zanzibara ) an der  ca 30 km südlich von Riga liegt. Hier werden wir einige Tage verbringen und einfach unsere noch verbleibende Zeit genießen. Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich empfangen und konnten uns einen freien Platz aussuchen. Zur Zeit wird hier das Rezeptionsgebäude komplett renoviert und wird nach seiner Fertigstellung ansprechender aussehen als das bisher vorhandene. Auch die Sanitären Anlagen werden danach in das neue Gebäude verlegt. Vom Platzangebot her ist dieser eher klein welches Ihm aber nicht zum Nachteil gereicht. Es gibt sogar eine Halle mit 2 Squash Plätzen die zur Vermietung stehen . Zu gewissen Terminen wird vom Betreiber für Kinder verschiedene Veranstaltungen angeboten. Ein Kanu kann man sich ebenfalls mieten und auf dem am Platz vorbei führenden Kanal erkunden. Die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit ist in einer Entfernung von ca 3 km gegeben. Somit eignet sich dieser kleine aber dennoch schön gelegener Platz durchaus als Sprungbrett um nach Riga zu fahren. Hierzu wäre dann allerdings ein zusätzliches Fahrzeug nötig da es leider keine Bus Verbindung in nähe des Platzes gibt.

Zum 01.07. werden wir von hier wiederum aufbrechen und uns auf dem Weg nach Litauen machen.

Die Grenze nach Litauen passierten wir gegen 11.00 Uhr und fuhren dann weiter in Richtung Kaunas. Auf halben Wege dorthin machten wir Station auf einem Womo Stellplatz der den Namen ( Das Gartenhaus, GPS N 56°6`32.4“ , E 24°29`3.83“ ) trägt. Der Platz wird von einem Niederländischen Ehepaar liebevoll gepflegt und bietet Platz für insgesamt 10 Wohnmobile. Alle nötigen Versorgungseinheiten sind für einen entspanten Aufenthalt vorhanden. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Badesee den man nach 5 Minuten zu Fuß erreicht. Hier verbrachten wir 2 Tage bevor wir dann weiter fuhren in die Nähe der Polnischen Grenze wo wir planten einen weiteren Stopp einzulegen.

Unsere Reise geht nun weiter nach Polen welches sich auf unserer Rückreiseroute befindet. Dafür ausgesucht haben wir uns einen Campingplatz in Wigry. Der Ort befindet sich am Rande zu den Masuren den man auch getrost als Eingangstor zu diesen bezeichnen kann.Unser Platz für die nächsten Tage heißt ( Agroturystyka u haliny wigry ) und befindet sich an dem gleichnamigen See. In unmittelbarer nähe gibt es ein Kloster welches allerdings nicht mehr von Mönchen bewohnt wird. Zum Zeitpunkt unser Aufenthalts dort wurden einige Gebäude renoviert und standen daher leider nicht für eine Besichtigung zur Verfügung. Die dortige Klosterkirche befindet sich auf einem Hügel oberhalb vom See und ist ein beherrschendes Element der umgebenden Landschaft. Die Innen Austattung der Kirche ist mit seinen sehr gut erhaltenen Fresken sowie weiteren Elementen sehr sehenswert. Zu den Wochenenden finden hier auch noch regelmäßige Messen statt die von der Bevölkerung gut besucht werden. Der Platz bietet für Wohnmobile sowie für Zelte eine ausreichende Stellfläche. Angeschlossen am Platz ist ein kleines Restaurant wo regionale Küche angeboten wird. Die Preise sind für unsere Verhältnisse als günstig zu bezeichnen. Am See kann man sich Kanus ausleihen und auf dem See seine freie Zeit verbringen. Die sonstige Ausstattung des Platzes ist zweckmäßig gehalten wobei es warmes Wasser aber nur in den Duschen gibt die mittels Münzen extra gezahlt werden müssen.

Von her aus werden wir unsere Reise fortsetzen und nach Hasz fahren wo dann unser nächster Aufenthaltsort sein wird.

Nach einem leckerem Frühstück wurden alle Sachen wieder verkehrssicher verstaut und danach machten uns auf um nach Harzs zu fahren wo wir uns von einem Reisenden empfohlenen Platz mit Namens ( Sonata Camping ) anschauen wollten um dort einige Tage zu verbringen. Die Fahrt dorthin führte uns über beschauliche Landstraßen wobei wir aber unterwegs noch einen Supermarkt anfahren mussten um die zu Neige gehenden Vorräte zu ergänzen. Als dieses erledigt war fuhren wir zu dem genannten Platz. Bei unserer Ankunft am Platz war allerdings niemand in der Rezeption  anwesend so das wir uns erst einmal einen Platz aussuchten. Hierbei stellten wir aber fest das es leider nur ein Sanitärgebäude gab welches an der Rezeption lag. Da der Platz sehr weitläufig angelegt war wobei sich die vorhandenen Stellplätze für Wohnmobile in der hintersten Ecke befanden. Hier waren schon so gut wie alle Plätze belegt und wir mussten uns zwangsläufig irgendwo noch dazwischen quetschen was dann auch nicht so ganz einfach wurde. Aber irgendwie schafften wir es dann doch und standen nun ziemlich eng zwischen anderen Wohnmobilen. Der Grund dafür eröffnete sich uns als wir unser Wohnmobil mit Strom versorgen wollten. Einige der vorhandenen Stromkästen waren ohne jegliche Funktion welches nicht gerade zu einem positiven Qualitätseindruck des Platzes beitrug. Auch die Wege zu den Sanitären Anlagen wie zb Duschen war in diesem Fall unverhältnismäßig weit. Somit war unser Eindruck von diesem Platz nicht gerade als positiv zu bezeichnen.

Da wir doch einiges an Zeit unterwegs waren und uns somit der Hunger quälte wurde erst einmal etwas an essen zubereitet. Beim essen berieten wir uns dann ob es denn wohl der richtige Platz sei um hier einige Tage zu verbringen. Nach einer relativ kurzen Diskussion kamen wir überein diesen nicht sehr einladenden Platz wieder zu verlassen welches dann auch ohne Probleme möglich war da wir uns bisher an der Rezeption noch nicht registriert hatten. In diesem Fall können wir von unserer Seite aus für diesen Platz leider keine Empfehlung aussprechen.

Also wurde wieder einmal die Handy App aktiviert um sich nach einem anderen Platz der nicht weit entfernt sein sollte umzuschauen. Nach kurzer Suche fiel mir der Platz ( Camping am Teich ) auf der sich nur ca 15 Km von unserem derzeitigen Standort befand. Also machten wir uns auf um uns diesen Platz anzusehen denn es konnte eigentlich vom Ambiente des neu ausgesuchten Platzes her nur besser werden.

Bei unserer Ankunft auf dem ausgesuchten Platz wurden wir vom Inhaber sehr freundlich begrüßt. Der Platz hier ist ganz anders aufgebaut als die Campingplätze die wir bisher auf unserer Reise besucht haben. Dieser Platz war sehr Naturnah da der Inhaber in liebevoller Arbeit alle dortigen Gebäude selber errichtet hat. Es gab eine Gemeinschaftsküche in Blockbauweise wobei nur natürliche Baustoffe aus den umliegenden Wäldern verwendet wurden. Auch die dortigen 3 Blockhütten die gemietet werden können bestanden aus halben roh zu gehauenen Bäumen. Eine Sauna war ebenfalls vorhanden die den Gästen kostenfrei zur Verfügung stand. Zur Gestaltung seiner freien Zeit und zum Fischen konnten wir uns einer der dort vorhandenen Ruderboote ausleihen und damit auf den See hinausfahren. Da der See sehr Fischreich mit vielen Barschen sowie Hechten in verschiedenen Größen ist versuchte ich auch mein Anglerglück wobei aber sich leider kein großer Erfolg einstellen wollte.

Abends kamen wir regelmäßig mit den anderen Gästen zusammen und genossen die Abende mit einem Bier an der Feuerstelle wobei untereinander die Reiseerlebnisse ausgetauscht wurden. Diese Abende waren wirklich sehr schön und Informativ und endeten teilweise erst gegen 2 Uhr am nächsten Morgen. Weil uns dieser Campingplatz mit seinem urig anmutenden Ambiente so gut gefiel verbrachten wir hier mehr Zeit als ursprünglich von uns eingeplant war. Dieses war für uns aber auch eines jener Erlebnisse auf unserer Reise die wir auf keinen Fall mehr missen wollen.

Unsere Reise geht nun weiter immer mehr der Heimat entgegen. Das Ziel welches wir uns als nächstes ausgesucht haben liegt im Landstrich Kaschubien. Diese Gegend besticht durch seine große Anzahl an Seen und ist vergleichbar mit der bei uns bekannten Mecklenburger Seenplatte. Diese Seen entstanden am ende der letzten Eiszeit und sind in einer sehr Waldreichen Landschaft eingegliedert. Den Campingplatz den wir hier ansteuerten trägt den Namen ( Mttk Marina/Wdzydze ) und liegt am Rande des gleichnamigen kleinen Ortes. Auf Grund das in Polen nun auch die Ferienzeit angebrochen ist war es aber nicht einfach hier noch einen guten Platz für unser Womo zu finden. Somit mussten wir mit einem Stellplatz der relativ geneigt war vorlieb nehmen der dann allerdings den Vorteil hatte das wir eine uneingeschränkte freie Sicht auf den vorhandenen See hatten. Somit konnten wir die ein und ausfahrenden Segelboote sehr schön beobachten. Die Ausstattung des Platzes war sehr gut und bot uns alles was man braucht. Einzig was uns etwas sauer aufstieß war es das man fürs Duschen extra zahlen musste. Dieses war uns auf unserer gesamten Reise im Baltikum bisher nicht passiert. Am Rande des Sees gibt es einen Aussichtsturm den man besteigen kann. Von oben hat man eine sehr schöne Aussicht auf die umgebende Landschaft. Das Wetter zeigte sich ebenfalls von seiner angenehmen Seite so das wir die meiste Zeit vor unserem Wohnmobil sitzen konnten. Von hier aus werden wir dann weiter fahren und die Grenze nach Deutschland überqueren um uns dort einen Platz zu suchen.

Der Tag heute steht im Zeichen der Suche nach einem neuen Campingplatz der dann schon wieder auf deutscher Seite der Grenze liegt. Wir haben uns einen Platz ausgesucht der uns nach der App Park4night zusagte. Die zu fahrende Strecke von Polen aus betrug diesmal ca 300 Km die auf gut ausgebauten Strassen zu bewältigen waren. Bei unserer Ankunft auf den von uns ausgesuchten Platz mussten wir aber leider feststellen, das dieser völlig ausgebucht war und wir dort nicht bleiben konnten. Und somit mussten wir einen entsprechenden Ersatz finden welches sich in der Ferienzeit nicht als einfach erwies. Ein weiterer Platz der sich für uns anbot war in der Uckermark. Der Campingplatz trägt den Namen ( Camping am Oberuckersee ). Auch dieser Platz war sehr voll und wir bekamen dort zu unserem Glück noch einen Platz für uns und unser Wohnmobil der aber sehr uneben war so das trotz der von uns mitgeführten Ausgleichskeile ein gerades ausrichten des Wohnmobils nicht möglich war. Auch war leider die nötige Stromversorgung nicht stabil genug ausgelegt so das die Sicherung am Stellplatz beim parallel Betrieb des Kühlschrankes und des Wasserkochers ständig auslöste welches schon sehr ärgerlich war. Daher blieb uns leider keine andere Möglichkeit als den Kaffee über den Gaskocher zuzubereiten. In Zusammenfassung der hier nicht sehr guten Bedingungen beschlossen wir den Platz am nächsten Tag wieder zu verlassen um unsere Reise in Richtung Heimat fortzusetzen.

Wir verließen den Platz und fuhren weiter in Richtung Westen an Berlin vorbei nach Brandenburg wo wir eine weitere Station machen werden. Unser diesmalige Platz ( Camping am See ) liegt am Wusterwitzer See. Dieser Platz ist von seiner Größe her nicht sehr groß und ist größenteils von Dauercampern belegt so das es nicht viele Touristenplätze gibt. Hier bekamen wir aber noch einen  Stellplatz der von seinem Ambiente her uns wesentlich besser gefiel als der letzte Platz auf dem wir gestanden hatten. Daher beschlossen wir hier einige Tage zu verbringen und uns zu entspannen bevor wir die endgültige Heimreise antreten werden. Zum See brauchte man nur eine kaum befahrene Straße überqueren. Einige Meter weiter befand sich ein Badestrand der sich sehr gut für Familien mit kleineren Kindern eignete da der See nur langsam tiefer wurde. Auch für den Kulinarischen Genuss war gesorgt da sich vom Platz aus gesehen in 350 m ein Italienisches Restaurant befindet welches von seinem Angebot an Speisen wirklich sehr gut war. In weiterer Entfernung gab es ebenfalls noch ein Chinesisches Restaurant welches wir aber nicht getestet haben.

Die letzten knapp 400 Km fuhren wir dann auf unseren Autobahnen in aller Ruhe und kamen gegen Mittag an unserem Wohnort an. Das Wohnmobil wurde als erstes ausgeräumt und danach einer gründlichen Reinigung unterzogen bis wir es auf seinen Platz wieder abstellen konnten. Somit ging für uns eine 90 tägige Reise durch das Baltikum mit vielen neuen Erlebnissen und Eindrücken zu Ende. Wir trafen dabei sehr viele andere Menschen die in Gesprächen sowie mit Ihren persönlichen Erlebnissen unseren Erfahrungsschatz erweiterten.

Unser persönliches Fazit der Reise ist, das wir die unterschiedlichen Länder im Baltikum mit seinen schönen Landschaften sowie seine dort lebenden Menschen erkundet haben die uns gegenüber sehr freundlich und weltoffen waren.

Im gesamten Verlauf unserer Reise fühlten wir uns jederzeit sicher und können daher nur sagen das viele immer noch bestehende Vorurteile betreffend des Reisens in die Baltischen Länder absolut nicht dessen entspricht was wir persönlich auf unserer Reise erlebt haben.

Nachfolgend sind hier die jeweiligen Links zu den von uns besuchten Campingplätzen.

Für die Inhalte der verlinkten Web Seiten ist der jeweilige Betreiber der Seiten verantwortlich.

 

Kommentare sind geschlossen.