Reise durch Frankreich mit dem Wohnmobil.

Unser geplanter Urlaub sollte uns dieses Jahr in verschiedene Regionen von Frankreich führen. Somit fiel uns die Entscheidung nicht ganz leicht da Frankreich flächenmäßig größer ist als Deutschland. Nach einiger Diskussion mit meiner Frau einigten wir uns darauf, das die Reise gen Süden gehen sollte. Damit kamen Ziele an der Adeche, Provence und die Camargue für uns in Betracht. Da wir uns ebenfalls die Landschaften sowie deren Orte anschauen wollten planten wir eine Reisedauer von insgesamt 4 Wochen ein.

Nachdem die Route soweit geplant war mussten noch einige zusätzliche Dinge eingepackt werden da es sich um eine längere Reisedauer handeln würde als bei unseren vorherigen Touren mit dem Wohnmobil.

 

Als soweit alles erledigt war ging es am 13.09.2017 früh am morgen endlich los. Und es regnete wie aus Kübeln welches die Fahrt auch nicht unbedingt angenehmer machen würde. Ausserdem galt es auch eine Strecke von ca 900 Km bis zu unserem ersten Ziel an der Ardeche zu bewältigen. Daher wurde auch schon bei Planung der Tour eine Zwischenübernachtung in Frankreich von uns mit eingeplant um die gesamte Reise möglichst stressfrei zu gestalten.

 

Somit fuhren wir aus unserem Heimatort bis kurz hinter Nancy auf einem kleinen Campingplatz. Für eine einmalige Übernachtung brauchten wir mit unserem Wohnmobil keinen allzu grossen Aufwand betreiben. Der Anschluss des Stromkabels sowie etwas Wasser für den Kaffee holen waren daher schnell erledigt. Nun konnten wir uns erst einmal einen Kaffee gönnen um sich von der Fahrt etwas zu erholen welche bis dahin komplett im Dauerregen statt fand.

 

Am Abend gingen wir noch in das angeschlossene Restaurant des Campingplatzes um eine Kleinigkeit zu essen. Anschließend fielen wir müde ins Bett. Nach einer erholsamen Nacht standen wir am nächsten Morgen frühzeitig auf um die restlichen 500 km möglichst entspannt bis zu unserem ersten Ziel zu fahren. Da es immer noch am regnen war würde auch die restliche Strecke einiges an Anstrengung bedeuten.

Die Rezeption

Nach einer nassen und relativ stressfreien Fahrt soweit man dieses bezeichnen mag hörte es dann kurz hinter Lyon endlich auf zu regnen. Ab jetzt konnten wir die schöne Landschaft und Orte durch die wir fuhren genießen. Am frühen Nachmittag kamen wir unserem ersten geplanten Ziel an der Ardeche immer näher. Die Landschaft veränderte sich und wurde immer rauher was man auch an der Vegetation sehen konnte. Da die Ferienzeit auch in Frankreich bereits vorbei war hatten wir keinen festen Campingplatz an der Ardeche vorab gebucht in der Hoffnung auf den dort zahlreich vorhandenen Campingplätzen einen freien Stellplatz zu finden.

 

Somit führte uns der Weg zu einem Campingplatz mit dem Namen ( Il du Tunnels ) an der Ardeche. Der Campingplatz liegt direkt am Ufer der Ardeche und ist nicht besonders groß welches die Anzahl der vorhandenen Stellflächen betrifft. Diese liegen überwiegend unter Bäumen im Schatten und sind relativ eben und ausreichend groß.

 

Die von uns vorgefundenen Sanitären Anlagen waren zweckmäßig gehalten aber entsprachen nicht den von uns gewohnten Standart wie auf deutschen Campingplätzen. Ausserdem bedürfte das dort vorhandene Sanitärgebäude auch einer grundsätzlichen Renovierung. Für die Verrichtung der Notdurft war es nötig, das dafür benötigte Toilettenpapier selber zu stellen da dieses seitens des Betreibers im Sanitärgebäude nicht angeboten wurde. Seitlich des Gebäudes befand sich eine Möglichkeit zur Entsorgung der Chemietoilette.

 

Die Versorgung von Frischwasser erfolgte über Zapfstellen die auf dem Campingplatz verteilt sind. Wer mit seinem Wohnmobil oder Cravan diesen Platz ansteuert, sollte auf jeden Fall zum füllen seines Wassertanks eine Gießkanne mit sich führen. Es gibt dort leider keine Möglichkeit entsprechende Schläuche an den vorhandenen Zapfstellen zu montieren da die entsprechenden Anschlüsse fehlen.

 

Zum Zeitpunkt unser Besuches auf dem Campingplatz Il du Tunnels fanden keinerlei Animationen statt. Daher können wir auch keine Auskunft geben ob diese in der Hauptsaison angeboten werden.

 

Für Wassersportler besteht die Möglichkeit Kanutouren auf der Ardeche zu unternehmen. Als Gast des Campingplatzes ist es möglich an der Rezeption diese auch zu buchen. Der Start erfolgt dann vom Strandzugang des Platzes. Bei seiner Ankunft am Zielort wird man vom Veranstalter wieder abgeholt und zurück zum Campingplatz transportiert. Es gibt weitere Anbieter von solchen Touren die allesamt an den Ufern der Ardeche zu finden sind. Auch baden ist vom angeschlossenem Strand des Platzes gefahrlos möglich, da die Ardeche keine starke Strömung hat. Auch ist es möglich dem Angelsport am Ufer der Ardeche nach zu gehen. Betreffend der nötigen Angelscheine sowie deren Kosten dafür können wir leider keine Auskunft geben.

 

Die nächst gelegene Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel befindet sich in einer Entfernung von ca 4 Km im Ort Valon pont d'Arc. Hier gibt es ebenfalls weitere Geschäfte für den täglichen Bedarf. Entlang des Flusslaufes haben sich auch einige Restaurants angesiedelt die allerdings schon teilweise geschlossen waren da sich die Urlaubssaison im September bei unserem Aufenthalt an der Ardeche bereits dem Ende zu neigte.

Als kurzes Fazit können wir ziehen, das sich der Campingplatz ( Il du Tunnels ) als Ausgangspunkt zur Erkundung der Ardeche Region sehr gut eignet, da dieser sich in Zentraler Lage befindet. In der Hauptsaison sollte man allerdings eine frühzeitige Reservierung in betracht ziehen da diese Region Touristisch sehr bekannt ist. Im Verlauf der Ardeche gibt es allerdings im Abstand von einigen Km weitere Campingplätze die man als Ausweichplatz ansteuern kann falls der von uns besuchte Platz  Il du Tunnels komplett belegt sein sollte.

Die Landschaft in dieser Region in Frankreich ist ein Hochplateau in der sich die Ardeche im Laufe der Jahrtausende durch den hier vorherrschenden Kalkstein immer tiefer in die Landschaft gefressen hat. Die dadurch entstandene Schlucht weist an einigen Stellen eine Tiefe von einigen 100 m auf. Heute bezeichnet man diese Landschaft auch als den Grand Canyon Europas.

Während unser Aufenthaltes in dieser Region fuhren wir die Schlucht der Ardeche komplett in beiden Richtungen ab. Wir waren von dieser Landschaft sehr beeindruckt welches ich auch in einem Album über diese Region versuche zu dokumentieren.

Da das Wetter in dieser Zeit leider nicht so unseren Vorstellungen entsprach, beschlossen wir nach einem Aufenthalt von 5 Tagen auf diesem Campingplatz weiter in Richtung Provence zu fahren.

Also wurden die Sachen wieder verstaut und dann machten wir uns auf in Richtung Provence. Da wir auch die Landschaft genießen wollten führte uns der Weg über verschiedene Nebenstrassen. Aber wie es nun einmal so unverhofft kommt passierte es, daß jemand mit seinem uns entgegen kommenden Wohnmobil den Außenspiegel vom unserem Wohnmobil zerlegte. Nach einer notdürftig durchgeführten Reparatur mittel Panzerklebeband ging es dann weiter in Richtung Provence. Jeder der mit dem eigenen und ganz besonders mit einem gemieteten Wohnmobil auf den landschaftlich reizvollen Nebenstrecken in Frankreich  unterwegs ist, sollte den Rat beherzigen besonders umsichtig zu fahren da es auf diesen kleinen Straßen schon ganz schön eng werden kann.

Da wir ebenfalls in der Provence keine Reservierung betreffend eines Stellplatzes vorgenommen hatten mussten wir sehen wo es noch entsprechende freie Plätze für unseren geplanten Aufenthalt gab. Den ersten Platz den wir angefahren haben war komplett belegt so daß wir unverrichteter Dinge weiter ziehen mussten. Somit landeten wir dann in der nähe von Saint Remy auf dem Campingplatz( Mas de Nicolas).Hier gab es noch einige freie Plätze unter denen wir uns einen aussuchen konnten.

 

Der Campingplatz Mas de Nicolas ist ein 4 Sterne Campingplatz der alle Annehmlichkeiten für einen entspannten Aufenthalt bietet. An der Rezeption wird neben Französisch auch Englisch gesprochen so dass für uns eine Verständigung ohne größere Probleme möglich war. Die Einrichtungen des Platzes bestehen aus einem Schwimmbad incl eines Wellnessbereiches. Ebenfalls vorhanden ist eine Bar, Restaurant sowie ein kleiner Shop. Im Bereich der Bar ist ein kostenloser W-Lan Internet Zugang möglich.

 

Auf dem Platz gibt es eine größere Anzahl von Sanitärgebäuden die komplett mit Duschen, Waschmöglichkeiten und Spülmöglichkeiten für das anfallende Geschirr ausgestattet sind. Eine Entsorgungsmöglichkeit für Chemietoiletten ist dort ebenfalls vorhanden. Die Sanitären Anlagen werden mehrmals durch die Mitarbeiter des Platzes gereinigt. Waschmaschinen sowie Trockner gibt es ebenfalls im Bereich der Rezeption die gegen Gebühr nutzbar sind.

Die jeweiligen Stellplätze liegen größten Teils im Halbschatten welches in dem Sommermonaten von Juni bis August angenehm sein dürfte. Die Parcellen sind durch Hecken abgegrenzt was jedem eine gewisse privatsphäre garantiert. Beim rangieren mit grösseren Fahrzeugen wie zb. Wohnmobile mit ( Alkhofen Aufbau ) ist etwas Vorsicht geboten, da die vorhandenen Bäume relativ niedrig sind. Die vorhandenen Stellplätze sind teilweise uneben so das man entsprechendes Zubehör zur Ausrichtung seines Fahrzeuges mit sich führen sollte.

Stromanschlüsse sind für jeden Stellplatz vorhanden wobei diese mit normalen Schuko Steckern bestückt sind. Somit ist ein entsprechender Adapter auf die CEE Norm nötig um seinen Camper oder Wohnmobil mit der Stromversorgung zu verbinden. Wie auch schon auf dem von uns besuchten Platz an der Ardeche ist es für die Wasserversorgung ratsam eine Gießkanne dabei zu haben, da es nur direkt an den Sanitärgebäuden Wasseranschlüsse für einen Schlauch gibt.

 

Die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in Saint Remy und sind ca 2 Km vom Platz entfernt. Damit sind diese auch problemlos mit dem Fahrrad erreichbar. Der Ort selber hat einen gewissen Bekanntheitsgrad da der Maler Vincent van Goch hier einige Zeit lebte. Im Ortskern befinden sich neben kleineren Geschäften aller Art auch entsprechende Restaurants in denen man regionale Gerichte der Provence genießen kann.

 

In der Hauptsaison ist es auf jeden Fall ratsam sich um eine frühzeitige Reservierung zu kümmern weil man ansonsten mit angrenzender Sicherheit hier keinen Stellplatz bekommt.

 

Unser Fazit zum Campingplatz (Mas de Nicolas) fällt somit dahingehend aus, das dieser Platz alle Annehmlichkeiten für einen Camping Aufenthalt bietet. Zugleich kann man diesen auch gut als Ausgangspunkt zur Erkundung der  Provence und seinen umliegenden Orten nutzen.

So fuhren wir selber zu einige kleine Orte wie Les Baux in der Provence. Der Ort les Baux besteht aus einer grösseren Ansammlung von alten Gebäuden sowie engen Gassen. Die vorhandenen Gebäude werden heute allesamt komerziell genutzt. So gibt es eine Vielzahl an Restaurants, Imbissbuden und Souvenierläden die allerdings auch nicht gerade preiswert sind. Um die auf dem Berg stehende Ruine zu besichtigen werden ebenfalls nach unserer Meinung etwas zu hohe Eintrittspreise verlangt. Ob dieses es einem wert ist muss dabei jeder für sich selbst entscheiden. Wir haben uns jedenfalls das alte verfallene Gemäuer erspart und uns dafür entschieden am Abend lieber eine gute Flasche Französischen Weines zu genießen.

 

Einige Km von Les Baux entfernt gibt es eine traditionell betriebene Olivenplantage inklusive einer Ölmühle. In einem angeschlossenem kleinen Laden kann direkt vom Erzeuger Olivenöl erstanden werden die von außergewöhnlicher Qualität sind. Vor der Entscheidung eines Kaufs des hier angebotenen Olivenöls kann man diese auch probieren. Dieses kostenlose Angebot sollte man auch unbedingt wahrnehmen um einen Eindruck von der Qualität des Olivenöles zu bekommen. Jedenfalls probierten wir hier die verschiedenen angebotenen Sorten und waren einfach begeistert über die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen die diese Öle besaßen. Natürlich haben diese Öle auch Ihren Preis der aber wegen seiner Qualität völlig gerechtfertigt ist. Jedenfalls deckten wir uns mit 2 verschiedenen Sorten an Olivenöl ein die nach der Rückkehr aus Frankreich unsere Gerichte über einige Zeit lang geschmacklich bereichern werden.

 

In unserer Zeit während des Aufenthaltes in der Provence hatten wir Ende September immer noch Temperaturen von ca. 28 C und an den meisten Tagen strahlte die Sonne den ganzen Tag ungestört von einem stahlblauen Himmel. Auf Grund des guten Wetters verlängerten wir unseren Aufenthalt um einige Tage bevor wir zu unserem nächsten Ziel in die Camargue aufbrechen werden.

Da es nun schon Anfang Oktober war und nach unseren Recherchen viele Campingplätze bereits geschlossen waren mussten wir uns genau überlegen auf welchem Campingplatz in der Camargue wir unser Glück versuchen wollten. Wir entschieden uns für einen Campingplatz der ganz in der Nähe von Saintes Maries de la Mer gelegen war.

Wir sind nun auf der letzten Station unserer Reise in Frankreich angekommen und stehen mit unserem Wohnmobil auf dem Campingplatz ( De La Brise ) ganz in der Nähe von Maries de la Mer. Somit hat uns unser Glück auch hier nicht verlassen was einen freien Stellplatz betraf. Dieser von uns ausgesuchte Platz ist von seiner Größe her sehr weitläufig angelegt und bietet dementsprechend viel Platz für Caravans sowie Wohnmobile. Es gibt auch eine grössere Anzahl von standatisierten Mobile - Homes die jeweils Wochenweise vermietet werden. Über dessen Ausstattung sowie Mietpreis können wir aber keine Auskunft abgeben da uns dieses nicht interessiert hat.

 

Die vorhandene Infrastruktur an Sanitären Anlagen ist ausreichend vorhanden und verteilt sich auf mehrere Gebäude die auf dem Campingplatz verteilt sind. In den jeweiligen Gebäuden sind die Toiletten, Duschen und Waschmöglichkeiten für die tägliche Hygiene vorhanden. Spülmöglichkeiten für anfallendes Geschirr ist im Aussenbereich der Sanitären Anlagen angesiedelt. An den Sanitärgebäuden befindet sich zur Entsorgung von Chemietoiletten eine entsprechende Möglichkeit.

Für die Versorgung mit Frischwasser gibt es in jedem Abschnitt des Platzes Zapfstellen die aber über keine Möglichkeit eines Schlauchanschlusses verfügen. Somit ist man auch hier auf eine Gießkanne zum befüllen seines Wassertanks angewiesen.

 

Des weiteren gibt es ein Bereich mit Swimmingpool sowie einer Snackbar. Auch für Kinder ist gesorgt da es einen Spielplatz mit Spielgeräten gibt. Ein Animationsprogramm durch den Betreiber des Campingplatzes fand während unser Aufenthaltes im Oktober nicht mehr statt.

Im Bereich der Rezeption gibt es einen kostenlosen Wifi Punkt der es einem ermöglicht über das hier vorhandene W-Lan Netz im Internet zu surfen. Ansonsten besteht auf dem gesamten Gelände des Platzes keine W-Lan Internet Abdeckung welches allerdings für einen 3 Sterne Platz nicht mehr zeitgemäß ist.

 

Der Zugang zum Strand erfolgt direkt vom Platz aus mittels einer Zugangskarte die man bei seiner Ankunft an der Rezeption erhält. Diese öffnet auch die Zufahrtsschranke falls man mit seinem Wohnmobil / PKW den Campingplatz einmal verlassen möchte.

Unser Fazit über den Campingplatzes ( De La Brise ).

 

In unserer Zeit im Oktober war dieser höchstens zu 40 % belegt so daß man eine freie Auswahl betreffend seines Stellplatzes hatte. Ebenfalls als angenehm empfanden wir es, dass jegliche Animationen die ggf auch mit entsprechenden Lautstärken verbunden sind nicht mehr angeboten wurden.

Der Campingplatz führt Auf Grund seines angebotenen Freizeitangebotes 3 Sterne welches nach unserer Ansicht gerechtfertigt scheint. Allerdings trübt die komplett fehlende Anbindung mittels W-Lan auf dem Campingplatz den ansonsten positiven Eindruck.

Auch der vom Campingplatz geführte Name ( de la Brise ) kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn an manchen Tagen kann der Mistral aus Richtung Norden schon ordentlich über den Platz wehen welches wir auch selbst erleben durften.

In der Hauptsaison Juli - August sollte man aber auf jeden Fall eine Reservierung  vornehmen, da trotz der Grösse des Campingplatzes die Gefahr besteht keinen Stellplatz zu bekommen da sich der Strand in unmittelbarer zum Platz befindet.

Den Ort Saintes Maries de la Mer kann man innerhalb einiger Minuten fussläufig erreichen. Hier gibt es eine gössere Anzahl von Gastronomie in den verschiedensten Richtungen die sich im Ort selbst aneinander reihen. Da Saintes Maries de la Mer ein auf den Tourismus ausgelegtert Ort ist muss man man für ein entsprechendes Menue für 2 Personen inkl. Getränken allerdings durchaus mit einem Betrag von ca 60.00 € rechnen. Kleinere Geschäfte aller Art sind im Ort gleichfalls vorhanden. In unserer Zeit des Aufenthaltes im Oktober war der Ort nicht vom Massentourismus überlaufen so daß man ganz entspannt durch den kleinen Ort wandeln konnte. In der Ferienzeit dürfte dieses sich dementsprechend ändern da es neben dem Campingplatz eine vielzahl an Ferienwohnungen im Ort selbst gibt.

Für Wohnmobil Reisende gibt es innerhalb von Saintes Maries de la Mer 2 Stellplätze die allerdings vom Ambiente her eines normalen Parkplatzes entsprechen und von unserer Sicht aus daher ungemütlich wirkten. Die Aufenthaltsdauer auf den Stellplätzen ist ausserdem auf 48 Std begrenzt welches auch entsprechend kontrolliert wird.

 

Die Camargue ist landschaftlich sehr schön da es keine grösseren Erhebungen gibt die den weit schweifenden Blick behindern. Die vorherrschende Vegetation besteht hauptsächlich aus klein wachsendem Heidekraut und Buschwerk das sich dem Salzgehalt der Luft und des Wassers entsprechend angepasst hat. Daneben gibt es viele flache Wasserflächen die für eine große Anzahl an Wasservögeln einen ganz speziellen Lebensraum bieten. Für Touristen mit dem Fahrrad ist diese Landschaft praktisch perfekt zu erfahren da es keine größeren Steigungen gibt Angeboten werden auch Touren zu Pferde die einen durch diese urwüchsige Landschaft führen. Vom Platz aus kann ein Stück der Camargue gut zu Fuss erkundet werden da diese gleich hinter dem Campingplatz beginnt. Da ich selbst gerne Fotografiere gibt es auch hier in dieser einzigartigen Landschaft der Camargue eine ganze Menge an Motiven die sich in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz befinden.

 

An einem Tag fuhren wir in den Ort mit Namens Aigues Mortes der im Zeitalter des Mittelalters erbaut wurde um neue Handelswege zu erschliessen. In der damaligen Zeit lag dieser direkt an der Mittelmeerküste. Durch den Rückzug des Meeres und Verlandung liegt Aigus Mortes heute einige Km von der Küste entfernt. Das interessante an diesem Ort ist jedoch, das die komplette Stadtmauer sowie sämtliche damalige Zugangstore in die Stadt noch völlig erhalten sind. Besucher können somit den Mittelalterlichen Teil von Aigus Mortes auf der ehemaligen Stadtmauer komplett umrunden. Innerhalb der ehemaligen Stadtmauer gibt es keine grösseren Gebäude die mehr als 3 Stockwerke hoch sind. Somit hat sich der Ort Aigues Mortes damit weitgehend den Charakter einer Mittelalterlichen Innenstadt bewahrt.

Innerhalb des alten Stadtkerns von Aigus Mortes gibt es ein kaum überschaubares Angebot an Gastronomie. Daher dürfte wohl für jeden Geschmack und Geldbeutel das richtige an Speisen geboten werden. Unserer persönlichen Erfahrung aber nach sollte man durchaus die kleineren Restaurants in den Nebenstraßen in seine Überlegungen mit einbeziehen. Diese bieten vom Ambiente her einiges mehr als diejenigen Restaurants die sich unmittelbar im Hauptstrom des Tourismus befinden.

 

Für Wohnmobil Touristen gibt es einen Stellplatz vor der alten Stadtmauer der auch ausreichend groß ist. Des weiteren gibt es weitere Parkmöglichkeiten um den alten Stadtkern herum die allerdings nicht für Wohnmobile geeignet sind da diese eine Höhenbeschränkung von 1.80 m aufweisen.

 

Praktisch direkt hinter Aigus Mortes befinden sich die Salinen wo das berühmte Salz ( fleur de Mer ) in einem Aufwendigem Verfahren gewonnen wird. Das eingeleitete Meerwasser läuft durch verschiedene Becken wobei durch Verdunstung des Wassers der Salzgehalt ständig steigt. Bis das entstandene Salz gewonnen werden kann vergehen je nach Dauer der Sonneneinstrahlung bis zu mehreren Monate. Daher gehört das hier gewonnene Salz auch zu einem der teuersten auf dem Markt. Die Salinen kann man mittels einer geführten Tour direkt von Aigues Mortes besichtigen. 

Ein weiterer interessanter Ort ist der Orthologische Park ganz in der Nähe von Saintes Maries de la Mer den wir an einem Morgen während unser Aufenthaltes in der Camargue besuchten.

 

Dieser liegt in einer Entfernung von ca 4 Km und ist damit auch bequem mit dem Fahrrad erreichbar. Der Park liegt mitten in der Camargue und zeigt die ganze Vielfalt der hier lebenden Vogelarten. Das Areal umfasst einige Quadratkilometer und ist durch Wege sehr gut zu erkunden. Hierbei hat man die Auswahl an verschiedenen Strecken von unterschiedlicher Länge. Die hier lebenden Vögel bieten sich auch gerade für Fotografen an und zeigen diese in Ihrem angestammten Lebensraum sowie deren Lebensweise. Bei der Erkundung des Parks erhält man ständig neue Eindrücke auch betreffend der Vegetation die sich der Sumpflandschaft angepasst hat. Des weiteren gibt es auch an besonders interessanten Stellen spezielle Unterstände um die Vogelarten unbemerkt zu beobachten/fotografieren. Zu bemerken sei allerdings das ein Teleobjektiv vom mindesten 200 mm Brennweite erforderlich ist um entsprechendes Bildmaterial zu erhalten. Die beste Tageszeit sind entweder morgens oder kurz vor Einbruch der Dämmerung da dann die Vögel wesentlich aktiver sind.

 

Unser persönliches Fazit des Besuchs im Orthologische Park fällt daher positiv aus da dieser dem Besucher einen umfassenden Einblick in die Tier und Pflanzenwelt der Camargue vermittelt. Somit ist das Eintrittsgeld von 7.50 € pP gut angelegt.

In unser 4 wöchigen Reise durch die verschiedenen Regionen Frankreichs haben wir aussergewöhnliche Landschaften und Orte gesehen die wir bestimmt in sehr guter Erinnerung behalten werden. Ebenfalls trafen wir auf den von uns besuchten Campingplätzen viele nette Menschen die uns mit vielerlei Tipps und Erfahrungen unterstützt haben. Hierfür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.

Da es noch vieles in diesem Land zu entdecken gilt wird es uns irgendwann noch einmal nach Frankreich führen.

Schreibe einen Kommentar